Ladungssicherung

Verantwortung, Haftung und Grundlagen der „Ladungssicherung“

Ladungssicherung bezeichnet das Sichern von Ladungen (Frachtgütern) im Straßen-, Eisenbahn-, Luft- und Schiffsverkehr gegen die beim Transport auftretenden physikalischen Bewegungskräfte und gilt der Transportsicherheit.

Diese Kräfte treten z. B. im Straßentransport beim Beschleunigen nach hinten, beim Bremsen in Fahrtrichtung (Trägheit der Masse), beim Durchfahren von Kurven zu den Seiten (Zentrifugalkraft vs. Zentripetalkraft) und auf unebenen Straßen vertikal auf (Gravitation). Ungenügend oder falsch angebrachte sowie fehlende Ladungssicherung führt oft zu einer Ladungsverschiebung.

Der § 22 der Straßenverkehrsordnung (StVO) verlangt, dass Ladung so zu verstauen und zu sichern ist, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, rollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik (wie z. B. VDI 2700 ff.) zu beachten.

Die Verantwortung der Ladungssicherung liegt beim Fahrer, Halter und beim Verlader:

Die Verantwortung des Fahrzeugführers umfasst nach §§ 22 und 23 StVO:

  • Vor Fahrtantritt ist die Sicherung der Ladung und die Lastverteilung zu kontrollieren
  • Diese sind während der Fahrt zu kontrollieren und ggf. nachzubessern
  • Das Fahrverhalten ist der Ladung anzupassen

Die Verantwortung des Verladers umfasst nach §§ 22 StVO:

  • Verantwortlich ist der „Leiter der Ladearbeiten“ (dies kann ggf. auch der eigenverantwortliche Mitarbeiter des Versandes sein).
  • Es ist eine Übertragung der Pflichten zur Ladungssicherung vom Unternehmen auf den verantwortlichen Mitarbeiter erforderlich.
  • Der Verlader ist nach dem Gesetz zur Ladungssicherung verpflichtet; er kann diese Pflicht nicht auf den Fahrer übertragen!

Verstöße können im Bereich der Ordnungswidrigkeit (allgemeine Verkehrskontrolle oder Verkehrsunfall mit Sachschaden) mit Bußgeldern geahndet und mit Punkten im Fahreignungsregister eingetragen werden. Eine Straftat (z. B. Verkehrsunfall mit Personenschaden) wird mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet.

Die VDI-Richtlinienreihe VDI 2700 „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen“ gilt seit vielen Jahren als Grundlagenwerk der Ladungssicherung. In ihr wird beschrieben, welche Kräfte auf eine Ladung im Fahrbetrieb einwirken und wie Ladung grundsätzlich auf Straßenfahrzeugen gesichert werden kann. Die Richtlinien werden bei Überwachungsmaßnahmen der Verkehrspolizei, des Bundesamtes für Güterverkehr, aber auch bei Streitfällen vor Gericht herangezogen.

Die Themenübersicht unserer Schulung

  • Rechtliche Grundlagen, Begriffe
  • Verantwortung / Rechtsfolgen
  • Aufbauten / Zurrpunkte
  • Lastverteilung
  • Arten der Ladungssicherung
  • Zurrmittel (Auswahl, Kennzeichnung, sicherer Einsatz, Ablegereife, Prüfung)
  • Hilfsmittel zur Ladungssicherung